1. Februar 2018

Mit Naturheilkunde Antibiotika-Resistenzen die Stirn bieten

Antibiotika werden viel zu oft verordnet und falsch eingenommen. Eine aktuelle Auswertung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt, dass auch Länder mit hohen medizinischen Standards davon betroffen sind. Die Folgen der Fehlversorgung: Antibiotika-Resistenzen, die im schlimmsten Fall die Behandlung eines Patienten erheblich erschweren bzw. diese sogar gänzlich verhindern. Dabei gibt es naturheilkundliche Methoden und Medikamente, die sich für bestimmte Erkrankungen als geeignete Alternative anbieten. Eines dieser Verfahren ist die Phytotherapie.

Antibiotika: Ja, aber...

Eines vorweg: Seit der Entdeckung von Penicillin im Jahr 1928 gehören Antibiotika zu den wichtigsten Arzneien in der Behandlung von Infektionskrankheiten. Aber, das „Wundermittel“ verliert zunehmend an Wirkung. Die WHO warnte bereits vor dem Szenario einer „postantibiotischen Ära“, in der einfache Infektionen wieder tödlich enden. Hohe Prämien wurden als Anreiz für die Entwicklung neuer Medikamente ausgesprochen. Doch damit ist die Ursache für die zunehmende Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen nicht behoben. Zahlen des Gesundheitsreports der DAK zeigen die Ausmaße der Überversorgung. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich bei einer Erkältung Antibiotika wünschen. Auch weitere Krankheiten, die in der Regel durch Viren oder Pilze ausgelöst werden, wurden als Verordnungsgrund angegeben. In diesem Fall sind Antibiotika unter therapeutischen Gesichtspunkten allerdings häufig nutzlos. Stattdessen begünstigen sie sogar die Entstehung resistenter Keime. Bei leichten Infekten sind Heilpflanzen mit antibakteriellen Eigenschaften die bessere Alternative.

Alternativen der Naturheilkunde

Pflanzliche Hilfe bieten unter anderem sogenannte Phytopharmaka. Schon in der Antike und im Mittelalter wurden Heilpflanzen zur Seuchenprophylaxe verwendet. Und auch heute lindern Heilpflanzen mit ihrer antibiotischen Wirkung bis zu einem gewissen Grad manche Erkrankungen. Die Inhaltstoffe wirken dabei bakterienabtötend (bakterizid) oder wachstumshemmend (bakteriostatisch). Vor allem ätherische Öle wie Thymian, Salbei, Schafgarbe oder Pfefferminze eignen sich. Aber auch Kreuzblütler und Liliengewächse finden ihre Anwendung. Weitere Vorteile von Pflanzen mit antibiotischer Wirkung: Es gibt in der Regel keine Nebenwirkungen und viele der pflanzlichen Stoffe helfen auch gegen Viren oder Pilze.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Phytopharmaka wurde in den vergangenen Jahren in Studien mit Patienten mit akuter Sinusitis, Bronchitis oder Blasenentzündung belegt.

Auch weitere naturheilkundliche Verfahren und Medikamente können prophylaktisch oder als therapeutisches Behandlungskonzept gegen Erkältung eingesetzt werden. Zum Beispiel kommen hier homöopathische Arzneien, die mikrobiologische sowie Eigenbluttherapien oder die orthomolekulare Medizin zum Einsatz. Ebenfalls bietet die traditionelle chinesische Medizin Vorgehensweisen an, die präventiv angewandt werden können, die aber auch bereits eingetroffene Symptome einer Erkältung lindern. Es ist unschwer zu erkennen, dass die Naturheilkunde eine Bandbreite an Ansätzen liefert, um Erkältungen und einer voreiligen Einnahme von Antibiotika die Stirn zu bieten.

Schnupfen, Husten und Halsschmerzen haben derzeit in den kalten Wintermonaten wieder Konjunktur. Bei einer leichten Erkältung sollte der Griff also nicht voreilig zu Antibiotika gehen, besonders nicht aus Restbeständen in der eigenen Hausapotheke – sondern stattdessen der heilenden Wirkung von Pflanzen Vertrauen geschenkt werden. Selbstverständlich nach vorheriger Beratung.

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