8. März 2018

Umfrage ermittelt den "typischen" Heilpraktiker

Die Stiftung Deutscher Heilpraktiker hat in einer repräsentativen Umfrage die Berufsgruppe der Heilpraktiker genauer analysiert. 1.067 Mitglieder nahmen an der Beantwortung des Fragebogens teil. Das Ergebnis: Der „typische“ Heilpraktiker ist weiblich, zwischen 40 und 60 Jahre alt und wohnhaft in Kleinstädten oder im ländlichen Raum. Mit durchschnittlich 90 Stunden im Jahr, bildet sich der Heilpraktiker kontinuierlich fort.

Frau zeigt auf Bildschirm eines Laptops

Heilpraktiker-Archetyp: Weiblich, 52, Kleinstädterin

Die Ergebnisse der Umfrage gewähren Einblicke in die Merkmale eines „typischen“ Heilpraktikers. Somit ist dieser weiblich (74 Prozent) und durchschnittlich 52 Jahre alt. 63 Prozent der Heilpraktiker-Praxen befinden sich entweder in einer Kleinstadt oder im ländlichen Raum. Die wenigsten Praxen befinden sich somit in mittelgroßen (14 Prozent) oder Großstädten (23 Prozent). Die Mehrheit der Heilpraktiker besitzt die Hochschulreife, 33 Prozent über einen Hochschulabschluss und ein Drittel die Mittlere Reife. Fast alle befragten Heilpraktiker (98,5 Prozent) verfügen über eine unbeschränkte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Der Rest verfügt über eine sektorale Erlaubnis (Psychotherapie, Physiotherapie). Die hohe Prozentzahl ist unter anderem darauf zurück zu führen, dass die Umfrage in erster Linie an Mitglieder von Verbänden geschickt wurde, deren Mitglieder über eine unbeschränkte Erlaubnis verfügen.

Aus- und Fortbildung des „typischen“ Heilpraktikers

Fast 90 Prozent aller Heilpraktiker gaben an, dass sie ihre Ausbildung ganz oder zum Teil an einer Heilpraktikerschule absolvierten. Die Fern- und autodidaktische Ausbildung dient den meisten als Ergänzung zur Heilpraktikerschule. Fast 40 Prozent verfügen zudem bereits über einen staatlich anerkannten medizinischen Fachberuf. Auch erbrachte Fortbildungsstunden wurden analysiert. Der Durchschnitt liegt hier bei 90 Stunden im Jahr. Die Möglichkeiten sind vielzählig. Sowohl Literatur- als auch Online-Weiterbildungen sowie Arbeitskreise wurden genannt.

„Das Umfrageergebnis zu den Fortbildungsstunden zeigt, dass Heilpraktiker absolut den Patienten im Blick haben und ein hohes Maß an Engagement und Lernbereitschaft aufweisen.  Schließlich geht es darum, die neuesten Verfahren oder Erkenntnisse in der Behandlung einzusetzen“, sagt Ulrich Sümper, Präsident des Bund Deutscher Heilpraktiker e.V. (BDH). Viele Heilpraktikerverbände haben ein überregionales Weiterbildungsangebot etabliert. So auch der BDH. Das Fortbildungszertifikat für Heilpraktiker des Verbands basiert auf dem System der zertifizierten Fortbildung für Ärzte (CME). Diese ist inzwischen von fast allen Gesundheitsberufen adaptiert worden. Mehr als 15.000 Heilpraktiker nehmen an dem verbandsübergreifenden Zertifikat für Heilpraktiker des BDH teil.

Umfrage zeigt: Heilpraktiker sind vernetzt

Über 70 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie mit anderen Berufsgruppen im heilberuflichen Netzwerk eng zusammenarbeiten. Dazu zählen andere Heilpraktiker, Ärzte sowie Physiotherapeuten. Auch Psychotherapeuten, Hebammen oder Ergotherapeuten und Apotheker wurden aufgelistet. Ebenfalls gibt die Umfrage Aufschluss über die Arbeitsschwerpunkte sowie die häufigsten Therapiemethoden. Demnach liegt die Homöopathie als Therapieschwerpunkt auf Platz eins. Gefolgt von der klassischen Akupunktur, Infusionen/Injektionen, Osteopathie, Phytotherapie und weiteren manuellen Verfahren.

Bis zu 30 Patienten behandelt der durchschnittliche Heilpraktiker in einer Woche. Dies zumeist in seiner eigenen Praxis (86,3 Prozent). Nur sechs Prozent der Heilpraktiker arbeiten ausschließlich in einer Gemeinschaftspraxis. Setzt man das Wochenhonorar zur Anzahl der Patientenkontakte in Beziehung, so erzielt ein Heilpraktiker im Schnitt ein Honorar von 44,51 Euro pro Patientenkontakt.

Ein Service des BDH